Ratgeber · 6 Min. · 2026-02-28

Energieausweis für Mehrfamilienhäuser: Pflicht, Kosten & Tipps

Der Energieausweis ist beim Verkauf eines Mehrfamilienhauses Pflicht – doch viele Eigentümer sind unsicher, welche Art von Ausweis sie benötigen, was er kostet und welche Konsequenzen ein fehlender Energieausweis hat. Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) regelt die Anforderungen klar, doch die Details sind komplex. Dieser Artikel bringt Ordnung ins Thema und erklärt, was Sie als Eigentümer wissen müssen.

Pflicht bei Verkauf und Vermietung

Seit der Einführung der Energieeinsparverordnung und deren Nachfolger, dem Gebäudeenergiegesetz, ist der Energieausweis bei jedem Verkauf und jeder Neuvermietung einer Immobilie Pflicht. Bereits in der Immobilienanzeige müssen die Energiekennwerte angegeben werden. Bei der Besichtigung muss der Energieausweis unaufgefordert vorgelegt werden, und spätestens bei Vertragsabschluss muss der Käufer oder Mieter eine Kopie erhalten. Ein Verstoß gegen die Vorlagepflicht ist eine Ordnungswidrigkeit und kann mit Bußgeldern von bis zu 10.000 Euro geahndet werden. Für Eigentümer, die ihr Mehrfamilienhaus verkaufen möchten, führt also kein Weg am Energieausweis vorbei.

Bedarfsausweis vs. Verbrauchsausweis

Es gibt zwei Arten von Energieausweisen: den Bedarfsausweis und den Verbrauchsausweis. Der Verbrauchsausweis basiert auf dem tatsächlichen Energieverbrauch der letzten drei Jahre und ist günstiger in der Erstellung, typischerweise zwischen 50 und 100 Euro. Der Bedarfsausweis wird auf Basis der baulichen Substanz und der Heizungsanlage berechnet – unabhängig vom Nutzerverhalten – und kostet für ein Mehrfamilienhaus zwischen 300 und 500 Euro. Für Wohngebäude mit weniger als fünf Wohneinheiten, die vor dem 1. November 1977 errichtet und seitdem nicht umfassend saniert wurden, ist der Bedarfsausweis Pflicht. Für alle anderen Gebäude haben Sie die Wahl. Der Bedarfsausweis ist allerdings aussagekräftiger und wird von Käufern bevorzugt.

Was steht im Energieausweis?

Der Energieausweis enthält wichtige Kennzahlen zur energetischen Qualität Ihres Mehrfamilienhauses. Dazu gehören der Endenergiebedarf oder -verbrauch in Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr, die Energieeffizienzklasse von A+ bis H, der verwendete Energieträger für die Heizung sowie Modernisierungsempfehlungen. Eine schlechte Energieeffizienzklasse ist kein Verkaufshindernis, aber sie beeinflusst den Kaufpreis. Käufer kalkulieren die zu erwartenden Sanierungskosten ein. Gleichzeitig bieten energetisch schlechte Gebäude Investoren die Chance, durch Modernisierung den Wert deutlich zu steigern.

Kosten und Gültigkeit

Ein Energieausweis ist zehn Jahre lang gültig. Die Kosten variieren je nach Art des Ausweises und Größe des Gebäudes. Für einen Verbrauchsausweis zahlen Sie für ein Mehrfamilienhaus zwischen 50 und 150 Euro, für einen Bedarfsausweis zwischen 300 und 800 Euro. Die Kosten sind als Werbungskosten steuerlich absetzbar. Achten Sie darauf, den Energieausweis von einem qualifizierten Energieberater erstellen zu lassen – günstige Online-Angebote ohne Vor-Ort-Begehung sind oft ungenau und im schlimmsten Fall nicht rechtskonform.

Auswirkungen auf den Verkaufspreis

Studien zeigen, dass die Energieeffizienz einen messbaren Einfluss auf den Verkaufspreis hat. Gebäude mit guter Energieeffizienz erzielen höhere Preise, während Objekte mit schlechter Effizienz Abschläge hinnehmen müssen. Für Eigentümer, die vor dem Verkauf noch investieren möchten, können gezielte energetische Maßnahmen wie der Austausch der Heizung oder eine Dachdämmung den Verkaufspreis steigern. Alternativ können Sie das Mehrfamilienhaus im aktuellen Zustand verkaufen – professionelle Investoren wie Weinheimer Investments kaufen auch Objekte mit hohem Energieverbrauch und übernehmen die Modernisierung selbst.

Tipps für den Verkauf

Lassen Sie den Energieausweis frühzeitig erstellen, nicht erst wenn ein Käufer danach fragt. Wählen Sie im Zweifelsfall den Bedarfsausweis – er macht einen professionelleren Eindruck und wird von Banken bei der Finanzierung oft verlangt. Nutzen Sie die Modernisierungsempfehlungen im Energieausweis als Argumentationshilfe: Entweder zeigen Sie, was bereits gemacht wurde, oder Sie bieten dem Käufer eine transparente Grundlage für seine Kalkulation.

Fazit

Der Energieausweis ist beim Verkauf eines Mehrfamilienhauses nicht nur gesetzliche Pflicht, sondern auch ein wichtiges Verkaufsdokument. Bereiten Sie sich gut vor und nutzen Sie den Energieausweis als Teil einer professionellen Verkaufsunterlagen-Mappe. So signalisieren Sie Seriosität und beschleunigen den Verkaufsprozess.

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